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Zahnmedizin etwas geschichtlich betrachtet

13. Januar 2023

Die heutige Ansicht, dass eine schlechte Mundhygiene f√ľr Karies und Zahnfleischbluten verantwortlich ist, muss doch irgendwo seinen Ursprung haben. ūüėČ Schauen wir doch mal‚Ķ

Eine der ersten Erw√§hnungen, dass eine Art Zahnpasta (Zahnpulver) f√ľr die Gesundheitspr√§vention genutzt wurde, findet sich im ber√ľhmten √§gyptischen Papyrus Ebers, einer der √§ltesten medizinischen √ľberlieferten Texte der Menschheit √ľberhaupt.
Auch Hippokrates ca. 350 v.u. Z. widmete sich schon dem Thema Mundhygiene f√ľr saubere Z√§hne und einem ¬ęs√ľssen Mundgeruch¬Ľ.

In den Geschichtsb√ľchern des Mittelalters sucht man jedoch vergebens nach bew√§hrten Hausmittelchen, wenn es um die Thematik Mundhygiene geht. Erst in einem Buch mit dem Titel ¬ęDie Zene Artzney¬Ľ eines unbekannten Autors aus dem Jahre 1530 kann nachgelesen werden, dass den Mund mit gebranntem Kalk und Essig zu sp√ľlen, doch gut f√ľr die Mundgesundheit sein soll.
Zucker und s√ľsse Lebensmittel waren im 16.Jahrhundert sehr rar. Deshalb galt es in niedrigen Bev√∂lkerungsschichten auch als schick, sich die Z√§hne schwarz zu f√§rben, um Reichtum vorzugaukeln, denn nur verm√∂gende Leute konnten sich S√ľssigkeiten, sprich Zucker leisten.

Wie sich die Zeiten doch √§ndern. Sind doch heute ¬ęweisse Z√§hne¬Ľ ein Zeichen von Wohlstand und gleichzeitig auch Gesundheit. ūüėČ
Erst in der Renaissance, wo sich die Wirtschaft und die technischen M√∂glichkeiten rasant weiterentwickelten, wurde dem √úbelt√§ter ¬ęZahnbelag¬Ľ durch einige Forscher endlich mehr Beachtung geschenkt.

Im Jahre 1638 hat der holländische Naturforscher Antoni van Leeuwenhoek, durch sein Schaffen mit dem Mikroskop von Bakterien im ganzen Mundbereich gesprochen und davon, dass sein Zahnfleisch nicht blute, wenn der Mund regelmässig gut gereinigt wird.

Trotz dieser Erkenntnisse waren die folgenden Jahre zahngesundheitstechnisch doch sehr desastr√∂s. Die Mundgesundheit des Sonnenk√∂nigs Ludwig der XIV. (1638 ‚Äď 1715). z.B. liess sehr zu w√ľnschen √ľbrig. Die √úberlieferung besagt, dass fast jeder seiner Z√§hne kari√∂s war und sein Hofzahnarzt lediglich das Behandlungskonzept mit der Zange kannte. Sein Kiefer wurde bei einer solchen Extraktion mal so stark gebrochen, dass fortan eine √ľbelriechende Fistel zur√ľckblieb, durch diese stets eitriges Sekret abfloss. Zudem lief ihm beim Trinken die Fl√ľssigkeit durch den l√∂chrigen Oberkiefer wieder aus der Nase raus. Wie schmerzlich und traurig f√ľr ihn, so grauslig zugleich f√ľr seinen Hofstaat!
Lange war man sich des Zusammenhanges von Mundgesundheit, Ernährung und Mundhygiene gar nicht bewusst. Es galt die Annahme, dass der Zahnbefall etwas völlig Normales sei und man damit zu leben habe.

Erst durch den amerikanischen Zahnarzt Willoughby Dayton Miller kam im Jahre 1882 der wissenschaftliche Durchbruch in der Zahnmedizin.
Sein Hauptwerk «The Microorganisms of the Human Mouth» erschien 1890 und stellte die bahnbrechende und bis heute g√ľltige Theorie auf, wonach Bakterien der Mundflora Kohlenhydrate zu S√§uren abbauen, die ihrerseits den Zahnschmelz entkalken, anschlie√üend k√∂nnen Bakterien in den Zahn eindringen und das Dentin zerst√∂ren. Damit stellte er die zahnmedizinische Forschung auf eine solide biologische Basis. Alle wissenschaftlichen Arbeiten im Bereich der Kariesprophylaxe st√ľtzen sich seither auf Millers Forschungsarbeit.
Danach kam erstmals eine Zahnpasta, die Desinfizienzien enthielt auf den Markt.
Heute sind Zahnb√ľrste und Zahnpasta als Basis-Werkzeuge in unserer Gesundheit Pr√§vention f√ľr die t√§gliche k√∂rperliche Mundhygiene gar nicht mehr wegzudenken. Und dies ist auch gut so, denn statt Zucker in der Ern√§hrung durch das Ausschlussverfahren einfach wegzulassen, als dieser Zusammenhang erkannt wurde, hat das ¬ęweisse Gold¬Ľ, sprich Zucker in der heutigen modernen Welt durch die damalige Industrialisierung Einzug in alle gesellschaftlichen Schichten gefunden.

Quellenangaben:

  • Willoughby D. Miller ‚Äď Wikipedia
  • Aus dem Buch ¬ęDie Ern√§hrungszahnb√ľrste¬Ľ von PD Dr. Johan W√∂lber /PD Dr. Christian Tennert ‚Äď ¬ęUnimedica¬Ľ-Verlag 2021 erschienen

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© Familienzahnarzt Schwyz AG. Dr. med. dent. Stephan Landolt.
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