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Nuggi entwöhnen

7. Februar 2022

Den herrlichen Kaffeeduft zu geniessen und das Lesen der Sonntags-Zeitung am eher späten Sonntag-Morgen, ist mir mittlerweile zu einer lieben Gewohnheit geworden.
 
Dies kann ich mir heute gönnen, da doch alle meine drei Söhne schon aus dem Hause sind oder der eine und/oder andere noch einige Stunden in den Federn liegen wird, da doch so oft die Nacht zum Tage gemacht werden muss! 😊
«Tja, diese Jugend von heute – nichts, ist mehr wie früher», denke ich mir manchmal dabei – und doch ist dem nicht in allem so.   

Dies wurde mir mal wieder beim Lesen des folgenden Artikels in der heutigen Ausgabe bewusst:  «Wann ist ein Nuggi gut fürs Baby und wann nicht?» Sonntagszeitung / 30.01.2022

«Wie war dies eigentlich damals bei unseren drei Kindern»…, ging es mir so durch den Kopf? Es war schliesslich Sonntagmorgen und ich hatte ganz viel Zeit, meinen Gedanken nachzuhängen.

Manuel, unser Ältester kam auf die Welt, als ich gerade mal 22 Jahre alt war. Ich habe dieses kleine Bündel Baby, das mir da geschenkt wurde, so sehr geliebt, dass ich vom ersten Moment an, ALLES einfach nur richtig machen wollte.
Aus Erzählungen meiner Mutter, wusste ich, dass ich als Kind keinen Nuggi bekam, also bekam MEIN Kind einen Nuggi, da er es ja besser haben sollte. (Im Nachhinein eine etwas eigenwillige Ansicht, aber ja nuu – ich sah es dann später auch etwas anders. 😉)
Nur der Haken an der ganzen Sache war der, dass mein kleiner Schatz gar keinen Nuggi wollte! Und so kam es, dass ich mit ihm über Tage und Wochen trainierte und trainierte, bis er es endlich kapiert hatte, der kleine Weltmeister und ich war so was von stolz auf unser beider Leistung!

Der Nuggi, mittlerweile gab es einige davon, war nun ein fester Bestandteil in Manuels «Garderobe» und Alltag geworden, sicher auch ein «Trösterli» in schwierigen Zeiten, denn er war ja unser Erst-Geborener und wir noch unerfahrene Eltern.
Die Zeit seines Grösserwerdens verging wie im Flug und sein dritter Geburtstag stand vor der Türe. Nun sprach der Papa (der Zahnarzt) ein Machtwort. «Der Nuggi muss weg, denn….!.(- siehe Artikel).

Nun wie erklärt man dies einem 3-jährigen Käsehoch, der seinen geliebten «I love Papa »-Nuggi nicht mehr hergeben will? Da waren dann Mama’s-Ideen wieder gefragt, aber kein gutes Zureden, kein noch so guter ausgefeilter Trick half.
War doch da mal ein Bagger-Fahrer auf Nachbars Grundstück, der meinen kleinen Buben darauf ansprach, ob er in seinem Alter immer noch einen Nuggi bräuchte, er sei doch schon ein Grosser, zog den Schwanz ein, als Manuel ihm seinen Nuggi FREIWILLIG abgeben wollte. Nein, der Kerl hatte dankend abgelehnt, da Männerherzen anscheinend wie Butter dahinschmelzen können, wenn zwei grosse braune Kinderaugen, einem so direkt in die Augen schauen. Ich dachte noch du Feig-Ei, jetzt hätte ich es hingekriegt!

Tja, starke Männer und Kinderaugen – da kommt mir sogleich die Geschichte von unserem jüngsten Buben Fabian am Flughafen in den Sinn, der mit seinen weinerlichen Augen den glatzköpfigen, tätowierten Zöllner dermassen in Bedrängnis brachte, als dieser ihm, – ja man höre richtig, seine stumpfe Schere aus seinem Mal-Rucksäckli wegnahm, dass der Zöller sich wegdrehen musste, um nicht gesetzeswidrig zu werden. Aber dies ist eine andere Geschichte.

Nun zurück zu den Zähnen, oder eben dem Nuggi.

Ich habe nach der Geschichte mit dem Bagger-Fahrer mit meinem kleinen Buben eine Abmachung getroffen. Weihnachten ist nicht mehr fern und da käme bei den drei- jährigen Kindern stets der «Nuggi-Mann» vorbei, um die nicht mehr gebrauchten Nuggelis abzuholen, um sie weiter zu verschenken.

Aber es kam, wie es kommen musste, Manuel hatte mich einmal dermassen geärgert, dass ich ihm vor seinen Augen, seinen geliebten Nuggi zerschnitt und rief: «So nun braucht es keinen Nuggi-Mann mehr!» Interessanterweise blieb das Kind ganz ruhig dabei und schaute mich nur mit grossen erstaunten Augen an – und ging dann zu seiner Tagesordnung über. Auch als die restlichen Nuggis für ihn dann einfach so vom Erdboden verschwunden waren, gab es keine Tränen und auch kein ausgesprochenes Wort seinerseits darüber, als ob es für ihn somit erledigt wäre.

Mir jedoch hatte es noch lange Bauchweh gemacht und der eigene Schock sass tief. Es war mir sehr wohl bewusst, dass dies sicherlich pädagogisch völlig daneben war, … aber anscheinend hat es funktioniert?!

Viele Jahre später habe ich meinen Sohn mal darauf angesprochen. Er meinte nur: « Weisst du Mama, ich hatte immer gewusst, dass DU der Nuggi-Mann bist.» 😉

Viel daraus gelernt, hatte ich es bei unserem zweiten Sohn Severin von Anfang an anders gemacht. Ich habe ihm den Nuggi gar nicht antrainiert, als ich merkte, dass er ihn nicht braucht. Somit war ein Abgewöhnen später auch nicht notwendig, es hatte aber auch ab und zu ein «Trösterli» irgendwie doch wie gefehlt.

Unser jüngster Sohn Fabian, hatte dann, wenn man’s so sehen will, die perfekte Lösung für dieses Thema selbst gefunden. Er nutze den Nuggi sehr wohl als «Trösterli», hatte aber, soviel ich mich noch erinnern mag, keine nennenswerte Abgewöhn-Phase nötig. Jedenfalls keine, die für mich pädagogisch schmerzvoll in Erinnerung geblieben wäre. Aber vielleicht hatten einfach auch wir als Eltern mittlerweile etwas dazu gelernt. 😉

Noch immer in diesen Gedanken versunken, sprach ich meinen Mann gegenüber am Tisch sitzend beim Zeitung lesen an, was er denn als Zahnarzt aus heutiger Sicht von diesem Artikel halte?

Er meinte nur: «Auch heute weiss man anscheinend immer noch nicht so genau, was eigentlich richtig ist, aber was er sicher nach wie vor aus seiner langjährigen Erfahrung empfehlen kann sei, dass ab 3 Jahren kein Nuggi mehr in einen Kindermund gehöre.»

Was aus meiner eigenen persönlichen Sicht sicherlich FÜR einen Nuggi spricht ist, dass das Abgewöhnen eines Nuggis doch in jedem Falle einfacher ist, als dem Kind den eigenen Daumen verbieten zu müssen! Daumen kann man schliesslich nicht einfach abschrauben.

Somit kann ich dir, liebe junge Mama einfach ans Herz legen, besprich dich mit deinem Familienzahnarzt, wenn du dir für deine eigenen Kinder unsicher bist. Ich lege dir noch einen Link bei, wo du für dieses Thema ganz spannende wertvolle Tipps entnehmen kannst. 

https://www.letsfamily.ch/de/kind/erziehung/articles/nuggi-abgewoehnen-so-gehts

Und zu guter Letzt, auch mit einem Zahnarzt als Mann und Vater, ist Kindererziehung auch im zahnmedizinischen Bereich stets für Eltern learing bei doing und dies ist auch gut so.  😉  

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© Familienzahnarzt Schwyz AG. Dr. med. dent. Stephan Landolt.
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